Parkgaragen in Salzburg – jetzt ist Schluss!

16. September 2020, 22:00 Uhr von Richard Fuchs

In der Stadt verteilt, zeigen elektrische Anzeigetafeln an, wieviele Parkplätze frei sind. In der Regel ist nur ein Drittel der Stellflächen belegt! Der Bau zusätzlicher Parkgaragen ist, dem Steuerzahler gegenüber, wohl grob fahrlässig!

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Presseinformation zum Thema Parkgaragen

Kürzlich wurde über die Ablöse des langjährigen Straßenbau-Freaks und Parkgaragen-Direktors berichtet. Sein Nachfolger philosophierte sofort über die Neubauten diverser Parkgaragen in der Innenstadt.

Die Politik in Stadt und Land Salzburg ist gut beraten, diese Projekte offiziell sofort zu versenken!

Allein in der Innenstadt gibt es bereits heute, inklusive der nicht öffentlich zugänglichen (AVA-Hof etc.), rund 20 Parkgaragen.

In der Stadt verteilt, gibt elektrische Anzeigetafeln, die anzeigen, wieviele Parkplätze aktuell noch frei sind. Daran sieht man, dass in der Regel meist nur ein Drittel der Stellflächen belegt sind! Hier noch den Bau von zusätzlichen neuen Parkgaragen zu fordern, ist, dem Steuerzahler gegenüber, wohl grob fahrlässig!

Die "Garagenampel" in der Saint-Julien-Straße zeigt regelmäßig auf, dass die bestehenden Parkgaragen maximal zur Hälfte, meist nur zu einem Drittel ausgelastet sind. Das zeigen eigentlich alle anderen dieser Anzeigetafeln in der ganzen Stadt. Dann noch auf die Idee zu kommen, immer noch weitere neue Parkgaragen bauen zu wollen, ist schon sehr verwegen!

Garagenbau um des Bauens Willen

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Straßen und Garagen gebaut, nur um die Bauwirtschaft und den Autoverkauf zu beleben. Damals dachte kaum ein Politiker daran, dass man auch Eisenbahnen bauen könnte. Die langjährig gepflegte Praxis ein Drittel der realen Baukosten den Politikern vorzugaukeln, um ihnen den Bau von Straßen und Garagen schmackhaft zu machen, war (ist?) lange Zeit die übliche Vorgangsweise. Die dann folgenden Kostenexplosionen wurden, mit „Sachzwängen“ und der „normativen Kraft des Faktischen“ begründet.

Der Bau von Parkgaragen weckt die Begehrlichkeit mit dem Auto mitten in die Altstadt fahren zu wollen. Selbst die Zulaufstrecken zu den Parkgaragen provozieren STAU, obwohl der Großteil der Stellflächen in den Parkgaragen ohnehin leer stehen!

Alternative ist die Regionalstadtbahn

Die Antwort auf den STAU heißt Regionalstadtbahn mit Innenstadttunnel!

Die Folge des ungezügelten Straßen- und Garagenbaues in der Stadt Salzburg ist heute das Verkehrschaos mit Stau und Beeinträchtigung der Lebensqualität! Heute muss überlegt werden, wie man den Modal Split (Verkehrsmittelanteil) des Pkw-Verkehrs von 46% auf 30% reduzieren und den des ÖPNV von 12% auf 30% erhöhen kann. In realen Zahlen geht es um ca. 50.000 Pkw-Fahrten pro Tag!

Diese Menge ist nur durch den geplanten Bau der Lokalbahnverlängerung mit Innenstadt-Tunnel als Herzstück des Regionalstadtbahn-Netzes möglich. In den nächsten 7 Jahren wird die Regionalstadtbahn gebaut. Ab Inbetriebnahme 2027 bis Hallein mit Einbindung aller Bahnen in den Tunnel, ist kein weiterer Bau einer Parkgarage mehr notwendig!

Bis dahin muss beim besten Willen keine einzige Garage mehr gebaut werden!

Die Gesamtkapazität aller 25.000 Stellplätze in der Stadt Salzburg fährt, im Vollausbau, die Regionalstadtbahn im Innenstadttunnel in einer Stunde weg (ca. 15.000 Fahrgäste pro Stunde und Richtung = 30.000 Fahrgäste/pro Stunde/beide Richtungen)!

Die Salzburger Lokalbahn als Rückgrat des Regionalstadtbahn-Netzes im Zentralraum Salzburg ist die Basis für die Alternative zu rund 50.000 Pkw-Fahrten pro Tag in der Stadt!