Panoramalift Steyr auf den Tabor

04. September 2020, 12:00 Uhr von Richard Fuchs

Die Stadt Steyr hat einen gelungenen Panoramalift von der Altstadt zum Stadtfriedhof am Tabor errichtet. Das Besondere ist die interessante Bauweise, die sich perfekt in die Landschaft einfügt und trotzdem modern und funktionell ist.

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Um vom Stadtzentrum in Steyr auf den Tabor, z.B. zum Stadtfriedhof zu gelangen, konnte man bisher nur, etwas zeitaufwändig mit der Stadtbus-Linie 4, mit dem Auto fahren oder über mehrere hundert Stufen über die Tabor-Stiege zu Fuß gehen. Seit 7. August 2020 kann man diesen Weg in nicht einmal zwei Minuten überwinden. Dazu hat die Stadt Steyr einen architektonisch gelungenen Panoramalift von der Michaelerkirche zum Stadtfriedhof am Tabor errichten lassen. Das Besondere ist die interessante Bauweise, die sich perfekt in die Landschaft einfügt, nicht überladen und trotzdem modern und funktionell ist.

Es braucht einen konzentrierten Blick von der Zwischenbrücke zur Michaelerkirche und dem Restaurant Tabor-Turm am Berg, um den Lift zu sehen. Der Turm fügt sich perfekt in die Natur ein. Der Eingang nutzt einen früheren Luftschutzstollen.

Konstruktion passt sich der Natur an

In der Stahlstadt Steyr passt die rostbraune Farbe, die aber den Lift nicht „verrostet“ erscheinen lässt. Im früheren Luftschutzstollen beginnt der Lift, dessen „Talstation“ aus dem Berg geschlagen wurde. Bereits wenige Meter, am Weg nach oben, durchfährt der Lift Gebüsch und Baumreihen am Berg, bis er dann am freistehenden Liftturm hinaufklettert. Eine Stegplattform bildet die „Bergstation“ beim Restaurant Tabor-Turm am Stadtfriedhof.

v.l.: Talstation zu Beginn des früheren Luftschutzstollen-Systems, Bergstation mit Fahrrad-Park& Ride, Bergstation mit Stegplattform Blick zum Stadtfriedhof

Die Konstruktion besticht mit schlichtem Charme und einfacher Funktionalität. Während man im Tal das Gefühl haben könnte, in einem komfortablen Bürohaus in den Lift einzusteigen, besticht oben die Aussichtsplattform mit Blick auf die Altstadt von Steyr.

Hersteller von Behindertenliften

Im Pressetext der Stadt Steyr ist Folgendes zu lesen:

„Geplant hat die Aufstiegshilfe der Innsbrucker Architekt Dipl.-Ing. Helmut Reitter. Der gebürtige Steyrer über die Idee zu seiner Planung: „Ich wollte hier ein Bauwerk realisieren, das so aussieht als wäre es schon immer hier gewesen und gleichzeitig ein starkes, selbstbewusstes Zeichen setzt.“

v.l.: Steg Blickrichtung Stadtfriedhof, Liftkabine Ankunft in der Bergstation, Gesamtansicht Bergstation mit Transparenten der Hersteller

Der Hersteller des Liftes, die Firma Weigl aus Waizenkirchen, ist eigentlich durch den Bau von Behindertenliften bekannt. Zusammen mit dem Stahlbau-Unternehmen Hartl-Metall wurde ein exzellentes „Verkehrsmittel“, das Stadtteile verbindet, geschaffen. Obwohl die Konstruktion fast grazil erscheint muss sie der Witterung frei ausgesetzt stabil und möglichst störungsarm sein. Im Fall einer elektrischen Störung kann die Kabine übrigens mittels einer Handkurbel bewegt werden.

Bergstation Tabor-Panoramalift und Zugang zur Treppe

Der Lift überwindet an der Felswand 35 Meter. Die Kabine, mit Innenraum-Lichte von 1,6 x 2,2 Metern, kann 25 Personen befördern. Der Lift kann übrigens unentgeltlich benützt werden.

Vorbild für andere Städte

Eine kleine Sensation sind die wirklich geringen, vom Bürgermeister Gerald Hackl bei der Eröffnung genannten, Gesamtbaukosten von 2,7 Millionen Euro. Der Lift selbst kostete lediglich 300.000 Euro. Die Ableitung der Abwässer kosteten 400.000 Euro und der Rest fielen auf Planung und den Ausbruch der Kaverne bzw. des Schachtes im Berg. So hat der Taborlift in Steyr eindeutig Vorbildcharakter für andere Städte, wie z.B. im bayerischen Berchtesgaden!

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