Öffis schlecht geredet, „Schuld am Corona“

14. August 2020, 12:00 Uhr von Richard Fuchs

Für jedes Problem wird immer ein Schuldiger gesucht und prompt gefunden. Medial wurden sofort die Öffis als Grund für die Corona-Pandemie genannt. Aus diesem Grund soll, nach der Autolobby, wieder von den Öffis aufs Auto umgestiegen werden.

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Meinung österreichischer Verkehrsinitiativen

Für jedes Problem wird immer ein Schuldiger gesucht und prompt gefunden. Im medialen Meinungsbildungsprozess wurde sofort der „öffentliche Verkehr“ als Grund für die Corona-Pandemie gefunden. Der „Buhmann“ für diese lebensgefährliche Virenerkrankung „… müssen ja die Öffis sein …“ und darum „… müssen sich die Menschen vor den Virenschleudern Öffis schützen …“ und aufs Auto umsteigen. „Zufällig“ hilft das der Autoindustrie, die derzeit massenhaft Autos unverkäuflich auf Halde hat.

Autoverkehr steigt wieder über Gebühr

Nach einer VCÖ-Aussendung wird behauptet:

„Durch Covid-19 … weniger gefahren und damit weniger getankt, Spritpreise … gesunken.“

Das betraf offensichtlich den Zeitraum zum Beginn der Corona-Pandemie März - April. Heute schaut das bereits wieder völlig anders aus, was angesichts des Schlechtredens des ÖPNV und damit der Verwanderung zurück zum Auto, absolut logisch ist:

„Der Erdölverbrauch des Verkehrs ist aber nach wie vor hoch. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen, um die Erdölabhängigkeit des Verkehrs zu reduzieren. … Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass nach dem deutlichen Verkehrsrückgang zwischen Mitte März und Mitte Mai Auto- und Lkw-Verkehr ohne Lenkungsmaßnahmen wieder stark zugenommen haben. Mit der Verkehrsbelastung nehmen auch Schadstoff- und CO2-Ausstoß, Lärm und Staus wieder zu“, fordert VCÖ-Experte Schwendinger Maßnahmen, die den Verkehr langfristig auf Klimakurs bringen.“

In einem Fernsehbeitrag am 4. August 2020 wird erklärt, dass der aktuelle Kfz-Verkehr bereits wieder den Stand vor Corona erreicht hat, wobei fast zur Gänze die Touristenautos fehlen. Real heißt das, dass der Pkw-Verkehr, durch die Negativdarstellung des ÖPNVs über alle Verhältnisse angestiegen ist und das mit allen Auswirkungen.

Schlechtreden des ÖPNV

Wirklich abstoßend ist die Vorgangsweise im Meinungsbildungsprozess um die Zukunft der Mobilität, indem die Corona-Pandemie dazu missbraucht wird, um den ÖPNV zu diskreditieren. Angesichts dessen, dass wegen des Corona-Virus immer noch zu viele Menschen sterben, ist diese Vorgangsweise der Diskussion geradezu widerwärtig! Nachdem angeblich genau untersucht wurde, wie viele Menschen durch Ansteckung des Corona-Virus, in Supermärkten und in öffentlichen Verkehrsmitteln, verstorben sind, ist in Österreich, in beiden Fällen, KEIN EINZIGER FALL BEKANNT. Trotzdem wird, in der Öffentlichkeit, dieses Gerücht nach wie vor ungeniert verbreitet!

Vorsichtsmaßnahmen der Verkehrsunternehmen im öffentlichen Verkehr

Wie vorbildlich ÖPNV-Verkehrsunternehmen in der Corona-Krise agieren, zeigen die Wiener Linien, die das auch im Internet veröffentlichen:

Selbstverständlich REINIGEN und DESINFIZIEREN alle Verkehrsunternehmen TÄGLICH IHRE FAHRZEUGE!

Das kann als Selbstverständlichkeit verstanden werden. Da medial darauf zu wenig hingewiesen wird, ist das leider nicht im Bewusstsein der Öffentlichkeit angekommen. Trotzdem ist das so!

In allen Verkehrsmitteln des öffentlichen Verkehrs wird, im Abstand weniger Minuten, regelmäßig darauf hingewiesen, dass es Pflicht ist, in den Fahrzeugen Abstand zu halten und das Tragen eines Mund-Nasenschutzes außer Diskussion steht! Das Tragen eines solchen Mund-Nasenschutzes ist in den Fahrzeugen des ÖPNV genauso vorgeschrieben, wie der Besitz eines gültigen Fahrausweises! Dabei ist zu bedenken, dass jeder Mensch für sich allein stirbt, auch ohne Mund-Nasenschutz-Diskussion! Corona tötet, ohne Wenn und Aber! Das hat aber nichts mit dem ÖPNV, sondern mit der Kurzsichtigkeit mancher Menschen zu tun! Es sind nicht die Fahrzeuge des ÖPNV, die das Corona verbreiten, sondern ausschließlich unvorsichtige einfältige Menschen.

Den „Schwarzen Peter“ in Form einer „Corona-Schleuder“ dem ÖPNV zuzuschieben ist eine Zumutung.

Auf den Websites des Verkehrsministeriums sind klare und leicht verständliche Verhaltensregeln veröffentlicht. Der öffentliche Verkehr, ob ÖBB, die Privatbahnen, die Stadtverkehre bis hin zu allen Regionalbussen, auch mit kleinen Verkehrsunternehmen, verhalten sich vorbildlich und in Sachen Sauberkeit und Desinfektion der Corona-Krise angemessen.

Missbrauch von Corona zum Ankurbeln des Autoverkaufs

Bereits zweimal hat sich, v.a. in Deutschland, die sogenannte „Abwrackprämie“ und in Österreich die „Verschrottungsprämie“ offensichtlich “bewährt“, um überzählige Autos, die auf Halde stehen, unters Volk zu bringen. In Verächtlichmachung von Klima- und Umweltschutz nennen die österreichischen Autohändler den Verschrottungsunfug von neuwertigen Fahrzeugen sogar als „Ökoprämie“. Das hat mit „Öko“, „Umwelt“ und „Klimaschutz“ ungefähr soviel zu tun, wie die „Deutsche Demokratische Republik“ mit „Demokratie“.

Während man in Deutschland erkannt hat, die Steuergeld-Verschwendung „Abwrackprämie“ nicht noch ein drittes Mal zu wiederholen, pulvert die Republik Österreich Millionenbeträge für den Autohandel und die Autokunden PRO NEUFAHRZEUG aus dem Fundus aller unserer Steuergelder € 1.500.- hinaus; wofür eigentlich !?!

ÖPNV-Jahreskarten-Förderung statt Autoförderung und Straßenbau, bzw. Umdenken in der Verkehrspolitik

Für diesen Betrag könnte nahezu jeder Österreicher DREI JAHRESKARTEN für den öffentlichen Nahverkehr in seiner Region bekommen. Wenn die Anschaffung von Autos, wie in der automobilen Steinzeit, immer noch mit Steuergeldverschwendung belohnt wird, muss schon aus Gründen der Gleichberechtigung, jeder Österreicher dieselbe Menge Geld für den Erwerb von Jahreskarten für den ÖPNV erhalten!

Die Politik ist angehalten, ein Umdenken in der Verkehrspolitik einzuläuten und in Europa mit der jetzt schon großen Autobahndichte, alle weiteren Autobahnprojekte (Lobau, Wiener Neustadt etc.) raschest zu versenken. Andererseits ist es dringend notwendig und längst überfällig, alle Eisenbahnen aus der Kaiserzeit den heutigen Bedürfnissen anzupassen, zu modernisieren, zu beschleunigen und damit zu elektrifizieren! Alle Diesel-Eisenbahnstrecken in Österreich sind endlich zu elektrifizieren.

Wenn in Österreich Verkehrswege fehlen und neu zu errichten sind, sind das Bahnstrecken und sicher keine Autobahnen und Schnellstraßen mehr!

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