Tirol – die unterschiedliche Wertigkeit von „Geld“

25. Juli 2020, 12:00 Uhr von Richard Fuchs

„Geld spielt keine Rolle“ ist ein altbekannter Spruch der in der Politik seine Richtigkeit zu haben scheint, weil man ihn leicht als Machinstrument gebrauchen kann. Das kann man derzeit bei den unterschiedlichen Bahnen in Tirol beobachten.

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Nicht alle sind gleich! Die Achenseebahn muss offensichtlich weg.

„Geld spielt keine Rolle“ ist ein altbekannter Spruch der in der Politik seine Richtigkeit zu haben scheint, weil man ihn leicht als Machinstrument gebrauchen kann. Das kann man derzeit bei den unterschiedlichen Bahnen in Tirol beobachten. Ohne zu berücksichtigen, was mit „Geld“, abseits des eigentlichen Finanzbedarfes, noch alles möglich ist, sei die Unverhältnismäßigkeit unterschiedlicher Finanzierungsströme bei drei Tiroler Bahnen beobachtet.

Nicht jede Bahn ist es „wert“ vom Land Tirol unterstützt zu werden.

Während man seit 2015 der Achenseebahn die gesetzlich im Privatbahngesetz vorgesehenen 3,18 Mio. MIP-Mittel vom Land gestrichen hat, ist es kein Problem, der Zillertalbahn 400 Mio. Euro für ein Wasserstoff-Technologie-Experiment zuzuschießen. Da ist kein „Nuller“ zuviel; das ist das 127-fache des Betrages, der der Achenseebahn das Überleben sichern würde. Mit der Zahlung der notwendigen 3,18 Mio. Euro könnte jederzeit das Konkurs-Verfahren der Achenseebahn abgewendet werden. An diesem Konkurs hält das Land Tirol allerdings unbeirrt fest.

Es muss für Politiker ein unwahrscheinlich persönliches Glücksgefühl sein, Steuergeld zu haben, mit dem man Herrscher über Leben und Tod von Wirtschaftsunternehmen, im Konkreten hier über die Achenseebahn, spielen kann. Bei der Suche nach Gründen kommt man, ausgenommen von körperlichen Glücksmomenten, gleich in das Reich der Spekulationen, wobei so manches davon eigentlich strafbar ist.

Drei Bahnen in Tirol, alle touristisch wichtig, aber die Achenseebahn als zweitwichtigstes Tourismusziel in Tirol muss , wegen eines Finanzierungsboykotts des Landes, sterben!

Schiefes Licht auf Seilbahnbau

Im Seilbahnbau scheint das Steuergeld besonders „locker“ zu sitzen. Kostenexplosionen bzw. Kostenverdoppelungen sind im Straßenbau üblich; das ist bekannt. Offensichtlich gilt das auch im Seilbahnwesen. Bei der Patscherkofel-Seilbahn soll es, nach Medienberichten, kein Problem sein, wenn beim Neubau sich die geplanten 30 Millionen Euro einfach verdoppeln. Dieses Delta muss ja ohnehin der „Steuerzahler“ bezahlen.

Für den Gegenwert der Kostenexplosion bei der Patscherkofelbahn über 30 Mio. Euro könnte die Achenseebahn vollkommen erneuert, elektrifiziert und bis Pertisau verlängert werden.

Könnte der Konkurs bei der Achenseebahn abgewendet werden?

Die Antwort heißt klar „JA“, wenn endlich das Land Tirol die ursprünglich versprochenen und im Felipe-Termin 16. Februar 2015 gestoppten MIP-Mittel doch noch bezahlt. Zum Vergleich mit den 30 Mio. Mehrkosten bei der Patscherkofel-Seilbahn ist das ca. das Zehnfache des Betrages, was der Achenseebahn das Überleben sichert! Niemand wird die Patscherkofel-Seilbahn in den Konkurs schicken, das Land Tirol aber sehr wohl die Achenseebahn! Für 30 Millionen Euro könnte die Achenseebahn grundlegend erneuert, elektrifiziert und bis Pertisau verlängert werden. Die Elektro-Triebwagen stehen schon in Jenbach und Wiesing. Das Problem dabei ist in Tirol nur, dass „Geld“ und Macht unterschiedliche Wertungen haben!

Durch den Finanzierungsboxkott, in dem gesetzlich vorgesehene MIP-Mittel seit 2015 vom Land Tirol zurückgehalten werden, ist die Achenseebahn mittlerweile nicht einmal mehr in der Lage, die Gleise in betriebssicherem Zustand zu erhalten. So bietet der Bahnhof Jenbach derzeit ein skurriles Bild zwischen erzwungenem Stillstand und verhinderter Zukunft. Das ganz große Dilemma ist, dass keine Züge mehr fahren können und damit der vom Land Tirol geplante Konkurs unausweichlich kommen muss, wenn in der Politik nicht endlich jemand die Notbremse zieht und die verweigerten Infrastrukturgelder endlich bezahlt, wie das bei allen anderen Bahnen auch regelmäßig geschieht .

Man sagt "Die Hoffnung stirbt zuletzt", richtig ist "die Hoffnung stirbt nie"! Es darf doch nicht wahr sein, dass Politiker, die ihre persönlichen Animositäten ausleben wollen, das tatsächlich tun können und eine 130-jährige Tourismus-Institution, die Achenseebahn, zerstören können. Da wird allen Ernstes einem privaten Verein verboten, für die Bahn Werbung zu machen und Spenden zu lukrieren. Das Ziel der Politik ist klar, die Achenseebahn "muss" offensichtlich zerstört werden.

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