Leserbrief von Ex-Verkehrslandesrat Hans Mayr - REGIONALSTADTBAHN

14. Mai 2020, 13:30 Uhr von Richard Fuchs

In einem Leserbrief in den SN stellt der frühere Verkehrslandesrat Hans Mayr seine Sichtweise dar und einige Fakten zur Bekämpfung des Projektes Regionalstadtbahn durch Bgm. Schaden klar. Er unterstützt den dzt. Weg von LR Schnöll.

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Verkehrslandesrat Hans Mayr 2013 - 2018

Als Landesrat war Hans Mayr von 19. Juni 2013 bis 30. Jänner 2018 für die Ressorts Verkehr, Infrastruktur und Wohnbau zuständig. In seine Amtszeit fiel die Erstellung und Veröffentlichung der ERB-Machbarkeitsstudie (EUregio-Bahnen) 2015 statt. Wie kein Politiker vorher, suchte LR Mayr, von sich aus, den Kontakt zu der Salzburger Verkehrsinitiativen und war sowohl in der Salzburger Verkehrsplattform, die es damals noch gab, zu Besuch, als auch im legendären brechend vollen Vereinsabend des Vereins S-Bahn Salzburg (heute „Die Rote Elektrische“) am 27. Juli 2016 im Artilleristenstüberl im ehemaligen Gasthof Kirchenwirt zu Itzling. Mit ihm zusammen waren auch LAbg. Otto Konrad und dessen Frau Silke Konrad anwesend, die heute Sekretärin bei Verkehrs-Landesrat Schnöll ist.

LESERBRIEF Salzburger Nachrichten 13. Mai 2020

Die Trasse der Regionalstadtbahn

Mit großem Interesse, Freude und Unmut zugleich, habe ich den Artikel über die Regionalstadtbahn in der SN Ausgabe vom 11. Mai 2020 gelesen. Das Thema der Regionalstadtbahn - in meiner Zeit als Verkehrslandesrat bezeichneten wir das Vorhaben EUREGIO Bahnen - hat mich sehr intensiv beschäftigt. Wenn Salzburg eine echte Verbesserung der Verkehrssituation erreichen will, dann gehört vom Hauptbahnhof ausgehend eine Verbindung über Nonntal bis nach Hallein errichtet - genauso wie Stefan Knittel (Geschäftsführer der Salzburger Regionalstadtbahn Projekt GmbH) dies darstellt. Das Ganze ist aber nicht neu. 2015 sind meine Experten und ich genau auf dieselbe Variante gekommen, in etwa auf auch dieselbe Kostenschätzung. Der jetzige Verkehrslandesrat Stefan Schnöll, dessen Arbeit ich sehr schätze, beziffert die Gesamtkosten auf etwa 650 Mill. Euro. In einem SN-Interview vom 18. August 2015 habe ich 600 Mill. Euro an Errichtungskosten genannt.

Der legendäre Vereinsabend des damaligen Vereines S-Bahn Salzburg (heute Verein "Die Rote Elektrische") mit Landesrat Hans Mayr und LAbg. Otto Konrad am 27. Juli 2016 im "Gasthof Kirchenwirt zu Itzling".

Anfang 2015 hatte ich den Eindruck, dass das Projekt endlich, nach 30 Jahren der Diskussion, umgesetzt wird. Nach den intensiven Projektarbeiten begann die politische Abstimmung. Die Bürgermeister der Umlandgemeinden, jene aus den Bayerischen Nachbarorten, die Mitglieder der Landesregierung und auch der Bürgermeister der Stadt Salzburg waren zu diesem Zeitpunkt, Anfang 2015 sehr positiv gestimmt. Der nächste Schritt wäre die Sicherung der Bundesmittel gewesen. Vorgespräche mit den Beamten im Infrastrukturministerium und auch mit dem zuständigen Verkehrsminister habe ich geführt. Alles schien bestens zu laufen bis zu jenem Tag, als Bürgermeister Schaden ausscherte. Ohne Rücksprache mit mir sagt er im SN-Sommergespräch, dass sich seine Hoffnungen, was die Stadtregionalbahn, betrifft ziemlich zerschlagen haben. In Folge hat er Willi Rehberg zum Regionalstadtbahn-Beauftragten ernannt. Rehberg hatte offenbar den klaren Auftrag, das Projekt zu vernichten. Jene Investition die Stefan Schnöll und ich mit 600 bis 650 Mill. Euro veranschlagt haben, errechnete Rehberg mit 1,5 Milliarden Euro. Jetzt ist man offensichtlich dort angelangt, wo wir Anfang 2015 schon waren. Ich wünsche Landesrat Schnöll von ganzem Herzen und im Interesse von Salzburg, dass das gute Projekt nun durchgezogen wird.

Hans Mayr, Landesrat a.D., 5020 Salzburg

Salzburger Verkehrsplattform im Stieglbräu Rainerstraße 2013