Die Geier warten schon, Seilbahn statt Achenseebahn

18. März 2020, 18:04 Uhr von Richard Fuchs

Wenn jemand stirbt, kreisen bereits die Geier über den „Todgeweihten“. Auch die Leichenflederer krabbeln aus den Löchern. Die Achenseebahn ist noch gar nicht endgültig tot, da wird schon die Zahnradbahn gegen eine Seilbahn ausgespielt.

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Wenn jemand stirbt, kreisen bereits die Geier über den „Todgeweihten“. Auch die Leichenflederer krabbeln aus den Löchern. Die Achenseebahn ist noch gar nicht endgültig tot, da wird die Zahnradbahn schon gegen eine Seilbahn ausgespielt. Wo allerdings leistungsfähige Bahnen verkehren, sind Seilbahnen meist nicht sinnvoll. Es ist schon traurig, wie Verkehrssysteme gegeneinander ausgespielt werden. Das Land Tirol verweigert die Zahlung der 3,1 Mio Euro Landes- und Bundesmittel aus dem Mittelfristigen Investitionsprogramm an die Achenseebahn, obwohl das zugesagt war. Handschlagsqualität ist in der Politik eben kein Argument.

Eisenbahngegner wollen Seilbahn

Jetzt will eine politische Partei, die für ihre Eisenbahnfeindlichkeit sattsam bekannt ist, die NEOS, für 25 Millionen Euro, eine Seilbahn von Jenbach zum Achensee-Seespitz, ohne jeglichen Verkehrswert, völlig neu bauen. Nicht, dass man die Verweigerung der Bundeszahlungen kritisiert, verlangt man den Bau einer Seilbahn, die mehr kostet, als die Gleiserneuerung und Elektrifizierung der Achenseebahn bis Seespitz. Eine Seilbahn bringt der Bevölkerung Jenbach und Eben, in allen ihren Siedlungsgebieten, überhaupt nichts.

Österreich ist das Land der Seilbahnen. Nirgendwo weltweit gibt es so viele Seilbahnen, wie in Österreich. Wo allerdings leistungsfähige Bahnen verkehren, sind Seilbahnen meist nicht sinnvoll. Links & Mitte Untersbergseilbahn, rechts alte 12erhorn-Seilbahn

Für die Kosten der Seilbahn bekommt man eine modernisierte Achenseebahn bis Seespitz

Die Elektrifizierung und die Gleiserneuerung der Achenseebahn bis Seespitz benötigt Infrastrukturkosten in der Höhe von 17,8 Mio. Euro. Wie genannt wurde, kostet alleine die Errichtung der Seilbahn 25 Millionen, ohne jährliche Instandhaltung. Die Instandhaltungskosten der Achenseebahn betragen 300.000 Euro jährlich. Das bedeutet über 20 Jahre 6 Millionen, womit die Kosten der Achenseebahn sogar mit 23 Mio. unter den reinen Baukosten der Seilbahn von 25 Mio. Euro. liegen. Nachdem davon auszugehen ist, dass auch eine Seilbahn Instandhaltungskosten und Betriebskosten hat, ist klar, dass die Achenseebahn als moderne Nahverkehrsbahn wesentlich leistungsfähiger ist, als eine Seilbahn, die ja nur punktuell Zu- und Ausstiegshaltestellen hat.

Bereits das "Unternehmenskonzept und Geschäftspolitik Achenseebahn AG 2013" hat detailliert die Bestandsertüchtigung der Achenseebahn mit Elektrifizierung, hin zu einem gemischten Betrieb Dampfzüge und moderne Nahverkehrszüge für die Bevölkerung des Achentales definiert!

Sowohl die neuen Weichen, als auch die fünf elektrischen Zahnradbahn-Nahverkehrs-Triebwagen-Züge warten auf die Bestandsertüchtigung der Achenseebahn hin zu einer modernen Nahverkehrsbahn!

Seilbahnen können keine Eisenbahnen ersetzen!

Österreich kann stolz auf die weltweit erfolgreiche Seilbahn-Industrie sein. Allerdings ist es unerträglich, dass immer wieder Seilbahnprojekte in die Diskussion gebracht werden, um Eisenbahnprojekte in Frage zu stellen. In Salzburg wurden HTL-Schüler dazu missbraucht, das Regionalstadtbahn-Netz in Frage zu stellen. Nun soll eine Seilbahn zum Achensee die Achenseebahn ersetzen. Die benötigten öffentlichen Finanzmittel, die die Achenseebahn für die Weiterentwicklung zu einer modernen Nahverkehrsbahn dringend gebraucht hätte, soll, so der politische Wille, einer Seilbahn nachgeworfen werden. Eine Seilbahn, die nur eine Einstiegs- und eine Ausstiegsstelle hat, kann nur punktuell Fahrgäste befördern. Eine Eisenbahn hat, entlang einer Bahnlinie, wie auf einer Perlenschnur aufgefädelt, viele Haltestellen zum Ein- und Aussteigen.

Nirgendwo kann so eindeutig nachgewiesen werden, wie diese Grafik zeigt, dass Seilbahnen und Eisenbahnen derart unterschiedliche Verkehrssysteme sind, dass das eine das andere niemals ersetzen kann.

Der frühere Achenseebahn-Vorstand Fuchshuber schreibt folgenden Leserbrief:

Der bisherige Vorstand der Achenseebahn AG, der der Bahn zu schwarzen Zahlen in den Bilanzen verholfen hatte und der ein umfangreiches Modernisierungskonzept „Unternehmenskonzept und Geschäftspolitik Achenseebahn AG“ verfasst hatte, nahm in einem Leserbrief zum Seilbahnkonzept Stellung. Anbei der Leserbrief:

Die Erschließung des Achentales für den Nahverkehr wird derzeit nur mit dem Bus durchgeführt, der selbst, wie alle Autos auch, auf der Straße über die Kanzelkehre im Stau steht. Mit den elektrischen Nahverkehrstriebwagen der Achenseebahn ist die Erschließung, abseits der staugefährdeten Straße in wesentlich kürzerer Zeit möglich. Die Zukunft rollt per Zahnradbahn zum Achensee!

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